"Wer saniert, profitiert!"

BB19.03.2009: Die Landesregierung heizt selber viel Geld zum Fenster hinaus!

„Die Ergebnisse sind erschütternd“, lautet die Schlussfolgerung der Grünen, die dem Landhaus via Thermobildkamera auf den Zahn gefühlt haben. „Sie erklären, warum sich die Landesregierung bisher standhaft weigert, einen Energieausweis auszuhängen.“

„Wir fordern das Land auf, umgehend ein Konzept zur thermischen Sanierung der Landesgebäude vorzulegen“, fordern der grüne Energiesprecher LAbg. Bernd Bösch und Grünen-Klubobmann Johannes Rauch heute in einer Medienkonferenz. „Das Land würde dreifach davon profitieren: Energie einsparen, Arbeitsplätze sichern, Klima schützen. Das Land muss mit gutem Beispiel vorangehen.“

Alles Weitere entnehmen Sie bitte der folgenden Presseunterlage und den beiliegenden Thermo-Fotos.


Wer saniert, profitiert!

Mit diesem Slogan begründet LR Mag. Karlheinz Rüdisser, warum das Land im Energiebereich den Arbeitsschwerpunkt in den nächsten beiden Jahren auf die Förderung von Gebäudesanierungen legen will. Zu Recht, sagen wir von den Grünen und fordern seit Jahren attraktivere Konditionen für die Althaussanierung, weil die Sanierungsrate in den kommenden Jahren mindestens verdreifacht werden muss.

Noch im Oktober hatte die Landesregierung in ihrem Entwurf für die Förderrichtlinien für die Jahre 2009/2010 zwar die Aufhebung der Einkommensgrenzen und eine Anhebung der Förderhöhen, gleichzeitig aber auch eine massive Verschlechterung der Darlehenskonditionen vorgesehen.

Wir GrĂĽne haben diese WidersprĂĽchlichkeit damals zum Thema gemacht und verbesserte Konditionen gefordert, weil die thermische Sanierung des Wohnungsbestandes gleich dreifach Sinn macht:

  • SanierungsmaĂźnahmen sind besonders arbeitsintensiv und stärken damit vor allem die lokalen Handwerks- und Gewerbebetriebe.
  • Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde leistet einen Beitrag zum Klimaschutz.
  • Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde reduziert die Abhängigkeit von Ă–l und Gas.

Mit unserer massiven Kritik an der geplanten Zinserhöhung haben wir erreicht, dass jetzt mit zinslosen Darlehen die Grundlage für eine deutliche Erhöhung der Althaussanierungsrate und einen echten Investitionsschub geschaffen wird. Wer die lokalen Zeitungen aufschlägt, sieht, dass die lokalen Betriebe diese Chance erkannt haben und mittlerweile voll auf den endlich anspringenden Sanierungsmarkt setzen.

Mittlerweile ist die ganze ÖVP – angefangen von Landeshauptmann Sausgruber, über die Landesräte Schwärzler und Rüdisser, bis zu dessen Vorgänger Manfred Rein – stolz auf diese kluge Maßnahme zur Förderung eines effizienten Energieeinsatzes und zur Konjunkturbelebung – ein klassisches Beispiel für die Bedeutung einer konstruktiven Oppositionsarbeit.
 

Schlechtes Vorbild Landesverwaltung

Wenn es um Energiefragen geht, sollte das Land sowohl in Bezug auf die Informationspflicht als auch auf die Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen mit gutem Beispiel voran gehen. Bei den landeseigenen Gebäuden ist dies leider nicht der Fall.
 

Energieausweis

Bei der Umsetzung der Richtlinie zur Einführung von Energieausweisen agiert das Land höchst widersprüchlich. Einerseits propagieren die Experten im Vorarlberger Energieinstitut den Energieausweis als Werkzeug, das sich rechnet und das für die Planung, Optimierung und den Vergleich von Gebäuden wichtig ist, andererseits weigert sich das Land bei den landeseigenen Gebäuden, der seit 1. 1. 2009 geltenden Aushangpflicht von Energieausweisen für Gebäude über 1000 m² nachzukommen.

Wir fordern die Landesregierung auf, für die bedeutendsten Landesgebäude mit hoher Besucherfrequenz sofort die Energieausweise rechnen zu lassen und der Aushangpflicht nachzukommen. Es kann nicht sein, dass jeder kleine Häuslebauer mit zwischen 400 und 700 Euro für die Erstellung des Energieausweises zur Kasse gebeten wird und sich gleichzeitig die Landesregierung vor ihrer Informationspflicht drückt.


Landhaus

Im Vorwort zur Energiebilanz der Vorarlberger Landesgebäude wird zwar LR Egger mit dem Satz „die beste Energie ist die eingesparte Energie“ zitiert, das Programm zur Sanierung der landeseigenen Gebäude ist aber wenig ambitioniert.

Während die privaten HausbesitzerInnen mit attraktiven Konditionen ermuntert werden, ihre Gebäude nach modernsten energietechnischen Kriterien zu sanieren, „spart“ sich das Land wichtige Investitionen zur Senkung des Energieverbrauchs, zum Klimaschutz und zur Konjunkturbelebung, wie sich am Beispiel Landhaus zeigt.

In der Energiebilanz der Vorarlberger Landesgebäude wird für das Landhaus ein durchschnittlicher Heizwärmebedarf von 129 kWh/m²/Jahr ausgewiesen. Dieser hohe Wert wird mit der besonderen Nutzung (Repräsentationszwecke, Festakte, erweiterte Benutzungszeiten, Wochenendbetrieb, etc.) begründet. Tatsache ist aber, dass heutzutage europaweit Büro- und Verwaltungsgebäude im Passivhausstandard mit einem um den Faktor Zehn niedrigeren Energieverbrauch gebaut werden.

Wenn man sich die thermografischen Aufnahmen des Landhauses anschaut (siehe pdf unten), wird auf den ersten Blick ein hohes Einsparpotential sichtbar. Mit einem Fenstertausch und mit einem verbesserten Benutzerverhalten (zahlreiche während der Nacht geöffnete Fenster) könnte der Energieverbrauch im Landhaus beträchtlich gesenkt werden. Bemerkenswert ist, dass sich in den Handlungsempfehlung zur Energiebilanz der Landesgebäude lediglich die Forderung nach einem Haustechnikkonzept mit Umsetzungsprioritäten findet.

Das ist eindeutig zuwenig. Wir fordern die Landesregierung auf, sofort ein Gesamtkonzept fĂĽr eine umfassende energetischen Sanierung des Landhauses in Auftrag zu geben.

Wann, wenn nicht jetzt, soll das Land seinen finanziellen Spielraum nĂĽtzen, um im eigenen Wirkungsbereich mit gutem Beispiel voran zu gehen und damit gleich dreifachen Nutzen zu stiften:

  • den eigenen Energiekosten zu senken,
  • den Klimaschutz zu forcieren
  • und Impulse zur Konjunkturbelebung zu setzen.

 

 

Foto in pdf-Format:

Die Farben stellen das Ausmaß des Wärmeverlusts dar: schwarz bedeutet geringen, rot hohen Wärmeverlust; die weißen Flächen weisen auf offene Fenster hin.

 

 
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