
Sa 08.11.08 / Quelle: Energieinstitut Vorarlberg
Großer Schritt hin zur "Energiezukunft Vorarlberg"
90 Expertinnen und
Experten präsentierten Freitag Abend in Dornbirn ihre Ideen für eine
nachhaltige Energieversorgung des Landes bis ins Jahr 2050.
Diese hatten sie in den vergangenen Monaten in neun „Werkstätten" des
Projekts „Energiezukunft" erarbeitet. Umweltlandesrat Ing. Erich
Schwärzler bezeichnete die Konferenz in der inatura in Dornbirn als
„wichtigen Meilenstein".
Eine Versorgung des Landes allein aus erneuerbaren Energieträgern:
Das ist das Ziel des Projekts „Energiezukunft Vorarlberg" der
Vorarlberger Landesregierung. „Langfristig ist das machbar, wenn wir
eine Effizienzrevolution schaffen und die Energieerzeugung nach und
nach umstellen", ist Umweltlandesrat Ing. Erich Schwärzler überzeugt.
„Dazu benötigen wir einen breiten gesellschaftlichen Konsens und
weitreichende neue Strategien."
Genau diese erarbeiteten in den vergangenen Monaten 90
Expertinnen und Experten aus den verschiedensten Bereichen. Sie
arbeiteten ehrenamtlich in den neun „Werkstätten" des Projekts
„Energiezukunft Vorarlberg" zu Themen wie Industrie, Mobilität,
Gebäude, Sonne oder Biomasse mit. Als Arbeitsgrundlage für die
„Energiezukunft"-Werkstätten hat das Land bereits mehrere Studien in Auftrag gegeben.
Strategiepapier im Frühjahr erwartet
Freitag
Abend stellten die Experten nun erstmals ihre Ideen den Teilnehmern der
anderen Werkstätten und dem Lenkungsausschuss des Projekts vor. „Damit
ist ein erster wichtiger Meilenstein in eine nachhaltige Energiezukunft
erreicht", betont Schwärzler.
In einer nächsten Phase werden die Werkstätten nun konkrete
Handlungsempfehlungen an die Politik erarbeiten. Die Ergebnisse werden
im kommenden Frühjahr vorliegen und dann zu einem Strategiepapier
zusammen geführt. Sämtliche im Vorarlberger Landtag vertretene Parteien
unterstützen das Projekt.
Hohe Einsparungspotenziale
Derzeit
stammen etwa 27 Prozent des Energiebedarfs in Vorarlberg aus
erneuerbaren Energieträgern wie Holz, Wasserkraft oder Sonnenenergie.
Insgesamt werden pro Jahr rund 11.000 Gigawattstunden verbraucht.
Die Einsparungspotenziale sind allerdings gewaltig:
Gemäß einer für das Projekt „Energiezukunft" erstellten Studie
können in Industrie und produzierenden Gewerbebetrieben 22 Prozent des
Strombedarfs und sogar 59 Prozent des Wärmebedarfs eingespart werden.
„Ähnliche Einsparungspotenziale gibt es auch in den
Haushalten", schildert der Energiebeauftragte des Landes, Dr. Adi Groß.
„Allein durch den Passivhausstandard sinkt der Wärmebedarf eines Hauses
um 90 Prozent." Eine Studie zu diesem Thema ist derzeit in
Vorbereitung. Die Ergebnisse werden noch in diesem Jahr der
Öffentlichkeit präsentiert. |